Tumorerkrankungen und Schmerzen gehen häufig Hand in Hand, wenngleich nicht in jedem Fall der Umstand, unter einem Tumor zu leiden, auch immer gleichbedeutend mit einem Leiden an Schmerzen ist. Verfügbaren Studien zur Folge klagen in der Frühphase einer Krebserkrankung (d.h. zum Zeitpunkt der Diagnosestellung) nur 3-4 von 10 Betroffenen über Schmerzen, doch steigt dieser Anteil abhängig von Tumorart, Erkrankungsdauer und Stadium auf 7-8 von 10 Patienten an.

Für die Behandlung dieser Schmerzen stehen heute eine ganze Reihe hochwirksamer und verträglicher Medikamente zu Verfügung. Diese ermöglichen eine an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Einzelfalles angepasste Schmerzbehandlung und erlauben damit der weitaus überwiegenden Zahl betroffener Patienten – trotz ihrer jeweiligen Tumorerkrankung – ein selbstbestimmtes und weitgehend schmerzarmes, nicht selten sogar schmerzfreies Leben zu führen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Schmerzbehandlung ist die möglichst detaillierte Kenntnis der jeweiligen Schmerzen, ihrer Ursachen und Auslöser, ihrer Eigenschaften, ihres tageszeitlichen Verlaufs und ihrer Auswirkungen auf den jeweils Betroffenen – nicht nur in Verbindung mit der zugrundeliegenden Tumorerkrankung, sondern auch darüber hinaus.

Insbesondere dem tageszeitlichen Verlauf sowie der jeweiligen Schmerzcharakteristik gilt dabei ein besonderes Augenmerk. So klagen z.B. nicht wenige Tumorpatienten zusätzlich zu den üblicherweise zu beobachtenden Dauerschmerzen wiederkehrend über Schmerzattacken, häufig in Form vorübergehender, starker Schmerzspitzen, die spontan oder infolge eines Auslösers (z.B. einer Bewegung oder einer Hustenattacke, etc.) auftreten, obwohl die eigentlichen (Dauer-) Schmerzen selbst medikamentös gut behandelt sind.

Diese – seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts umgangssprachlich mit dem Begriff (tumorbedingte) Durchbruchschmerzen (engl. breakthrough cancer pain, BtCP) umschriebenen – Attacken sind eine noch nicht allgemein bekannte Schmerzform, der im praktischen Alltag auch ein eigenständiger Krankheitswert zukommt, denn sie stellt eine häufige (und häufig unzureichend beachtete) Ursache zusätzlicher Gesundheitsprobleme für Krebspatienten dar, die zu einer ganzen Reihe körperlicher, seelischer und sozialer Komplikationen führen und – zusätzlich zu den Folgen der Tumorerkrankung – die Teilhabe Betroffener am privaten, beruflichen und sozialen Leben beträchtlich einschränken kann.

Wie die Behandlung von Dauerschmerzen sollte auch die von Durchbruchschmerzen individuell für jeden einzelnen Patienten maßgeschneidert durchgeführt werden und hängt damit naturgemäß von einer Vielzahl patienten-, tumor- und (durchbruch-) schmerzspezifischen Faktoren ab. Vorrangiges Ziel ist es, die Autonomie Betroffener zu erhalten bzw. wiederherzustellen und über individuell maßgeschneiderte Therapiekonzepte sowohl Schmerzen als auch schmerzbedingte Beeinträchtigungen soweit zu lindern, dass ein weitestgehend normales Leben möglich wird.

Voraussetzungen für eine solche Patienten- bzw. Bedürfnis-orientierte Behandlung tumorbedingter Durchbruchschmerzen ist – neben einem entsprechenden Problembewusstsein bei Behandlern und der Aufklärung Betroffener – insbesondere eine frühzeitige/richtige Diagnosestellung.

Letzterem dient das vorliegende, von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. zusammen mit der Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V. entwickelte online-Angebot, welches sich an tumorkranke Schmerzpatienten wendet und zum Ziel hat, das Ausmaß Dauer- und Durchbruchschmerz-bedingter Einschränkungen bzgl. Alltag und Lebensqualität zu erkennen sowie die Notwendigkeit zur Optimierung der Schmerzbehandlung aufzuzeigen.

Die im Fragebogen genannten Fragen beruhen auf den PraxisLeitlinien Tumorschmerz und Tumorbedingte Durchbruchschmerzen sowie dem PraxisFragebogen zu tumorbedingten Durchbruchschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. und können betroffenen Krebspatienten und ihren Angehörigen dabei helfen zu klären, ob sie neben ihren Dauerschmerzen auch unter Durchbruchschmerzen leiden, in welchem Ausmaß Dauer- und ggf. auch Durchbruchschmerzen ihren jeweiligen Alltag und ihre Lebensqualität beeinträchtigen und welche Behandlungsnotwendigkeit sich hieraus für sie und ihre behandelnden Ärztinnen / Ärzte ergeben können.

Nach der Bearbeitung der Fragen erhalten Sie als Teilnehmer einmalig nicht nur die Möglichkeit Ihre Angaben, sondern auch Ihr individuelles Dauer-/Durchbruchschmerzprofil inkl. einiger Informationen zum jeweiligen Schmerztyp auszudrucken und/oder abzuspeichern, um darauf aufbauend zusammen mit ihren behandelnden Ärztinnen/Ärzten ggf. Ansatzpunkte für eine mögliche Optimierung der Therapie zu besprechen.


Bitte beachten Sie diesbezüglich,…

  • …dass die Fragen in keinem Fall das individuelle Patient-Arzt Gespräch ersetzen können! Vielmehr sollen Ihre Angaben und die daraus abgeleiteten Informationen / Hinweise Ihnen und Ihren behandelnden Ärztinnen / Ärzten dabei helfen, die für Ihre individuelle Situation bestmögliche Behandlung umzusetzen. Die Entscheidung darüber, ob auf der Grundlage Ihrer Angaben eine bestimmte Therapieempfehlung folgen soll, muss von den jeweils beteiligten Ärztinnen / Ärzten unter Berücksichtigung der im individuellen Einzelfall vorliegenden Gegebenheiten und der jeweils vor-Ort verfügbaren Ressourcen getroffen werden. Aus den von Ihnen diesbezüglich auf den nachfolgenden Seiten gemachten Angaben können somit weder Rechtsansprüche für bestimmte Therapien oder Maßnahmen abgeleitet noch entsprechende Forderungen gegenüber Dritten (z.B. Krankenkassen, etc.) begründet werden!
  • …dass Ihre Angaben auf diesen Seiten anonymisiert (d.h. ohne jeglichen Bezug zu Ihrer Person) erfasst, elektronisch zum Zweck der wissenschaftlichen Begleitforschung durch die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. oder eine von ihr beauftragte Einrichtung gespeichert und Ihnen anschließend auch in anonymisierter Form zum Ausdruck aufbereitet werden und dass Sie sich bei der weiteren Benutzung dieser Seiten damit einverstanden erklären!
  • …dass alle diese Maßnahmen dem Schutz Ihrer persönlichen Daten dienen! Verwahren Sie deshalb bitte den Ausdruck Ihrer Angaben sorgfältig und übergeben Sie ihn ausschließlich Ihren behandelnden Ärztinnen / Ärzten. Vermeiden Sie in jedem Fall handschriftliche bzw. sonstige Formen der personalisierten Kennzeichnung Ihres Ausdruckes über die (für den Fall eines versehentlichen Verlustes oder Diebstahls) unbefugten Dritten eine Identifizierung Ihrer Person möglich werden könnte.
  • …dass bei Verlust eines bereits erstellten Ausdruckes Ihrer Angaben sowie technischen oder Anwender-bedingten Fehlern beim Erstellen des Ausdruckes nach Verlassen dieser Seiten aufgrund der anonymisierten Datenerhebung keine weiteren Dokumentationsbelege erstellt werden können! Die Möglichkeit des Ausdrucks Ihrer Angaben über diese Seiten ist somit einmalig und Sie sollten den entsprechenden Ausdruck deshalb sorgfältig bei Ihren sonstigen Krankenunterlagen aufbewahren.


Hier geht’s zum Fragebogen

DGS-PraxisLeitlinie Tumorschmerz
DGS-PraxisLeitlinie Tumorbedingte Durchbruchschmerzen